Corres bei Ötisheim

Der Weiler Corres ist um 1700-1702 auf Ötisheimer Gemarkung entstanden und war daher von Beginn an Teilort der Gemeinde Ötisheim. Zuerst sollten die zugewanderten Waldenser und Hugenotten innerhalb Ötisheims siedeln, was sie aber entschieden ablehnten. So wurde hart an der ehemals württembergisch-badischen Grenze, zwei Kilometer westlich vom Hauptort entfernt, eine Straßensiedlung gegründet.

Die Siedlung

In den ersten Jahren nach 1700 lebten etwa zwölf Familien in vier Häusern und etlichen Baracken. Später wechselte die Bevölkerungszahl, weil einige Familien nach Preußen wegzogen, teilweise aber auch wieder zurückkehrten. Um 1835 hatte der Weiler etwa 20 Gebäude, heutzutage eine Kapelle, 30 Wohngebäude und einen Gasthof. Am Ortseingang befindet sich ein kleiner Friedhof, der jedoch nur wenige welsche Namen aufweist. Zur Zeit leben 120 Einwohner in Corres, die ihren Lebensunterhalt auswärts verdienen. Es gibt keinen selbständigen Landwirt mehr, nur einen Handwerksbetrieb.
Die alten Grundakten, Kauf-und Unterpfandbücher befinden sich im Ortsarchiv Ötisheim. Waldensernamen gibt es heute nicht mehr.

Die Waldenserkirche

Die Kapelle wurde 1912 errichtet und eingeweiht. Der Bau, der insgesamt 10.000 Mark kostete, wurde durch einen Waldensernachfahren aus Berlin-Lichterfelde namens Wilhelm Laschar ermöglicht, der 4.200 Goldmark stiftete. Sein Vorfahr Jean Lageard war einer der Gründer von Corres.
Das Kirchenbuch wurde anfangs von der französisch-reformierten Kirchengemeinde von Dürrmenz geführt, wozu Corres gehörte. Ab 1823/24 betreuten die Ötisheimer Pfarrer neben dem Hauptort auch die Teilorte Corres und Schönenberg.


Der Name

Woher kommt der Name Corres? Weder im Queyras noch in Piemont gibt es einen solchen Orts- oder Flurnamen. Deshalb wurden in der Vergangenheit viele, oft auch kuriose Deutungen angestellt, zum Beispiel Abwandlung von Queyras. Diese sind aber allesamt unzutreffend. Der Name ist die korrekte französische Übersetzung eines alten, vor der Zuwanderung der Waldenser schon bestehenden Flurnamens, der lautsprachlich vom schwäbisch-fränkisch gesprochenen Korra einwandfrei zu Corres ungewandelt wurde. Jahrzehntelang waren in Karten und Dokumenten die Schreibweisen Korren und Corres wechselweise gebräuchlich, bis schließlich der französische Namen blieb und auch der damalige Flurnamen jetzt ob Corres heißt.

Theodor Vollmer


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